Einführung: Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten verschärfen sich, und der daraus resultierende Anstieg der Energie- und Rohstoffkosten wirkt sich rasch auf die nachgelagerte chemische Industrie aus. Am 18. März kündigte der globale Chemiekonzern BASF an, die Preise für sein gesamtes Produktsortiment in drei wichtigen Geschäftsbereichen für den europäischen Markt – „Haushaltspflege“, „Industrie- und Objektreinigung“ und „Industrieformulierungen“ – mit sofortiger Wirkung um bis zu 30 % anzuheben. Diese Preisanpassung betrifft nicht nur eine breite Palette von Industriereinigungsmitteln, sondern auch vorgelagerte Rohstoffe, die für die Beschichtungsindustrie unerlässlich sind.industrielle chemische TintenharzeUndIndustrielackharze.
Als einer der weltweit führenden Lieferanten wichtiger Rohstoffe für Beschichtungen ist die Entscheidung von BASF ein schwerer Schlag für die europäische Beschichtungsindustrie, die ohnehin schon mit hohen Kosten zu kämpfen hat. Sie deutet zudem darauf hin, dass bald weitere Preiserhöhungen für fertige Beschichtungsprodukte bevorstehen.
Angesichts eines dreifachen Kostendrucks aktiviert BASF den Modus „Sofortige Preiserhöhung“.
Diese Preiserhöhung tritt „sofort“ in Kraft und ist hauptsächlich auf einen „dreifachen Schlag“ unvermeidbarer Kostenbelastungen zurückzuführen: extreme Schwankungen und zunehmende Verknappung der Rohstoffversorgung; stetig steigende nationale und internationale Versand- und Transportkosten; und ein starker Anstieg der Energie- und Verpackungsmaterialkosten.
Das Segment der Druckfarben und Beschichtungsharze wird die anfängliche Hauptlast des Kostendrucks tragen.
Im Spezialgebiet der Druckfarben und Lacke ist BASF dank ihrer Schlüsselrolle in der Wertschöpfungskette der chemischen Industrie und ihrer starken Marktpräsenz im Bereich der Druckfarben und Lacke hervorragend positioniert. Obwohl die jüngste Preisankündigung sich nur allgemein auf das Segment „Industrielle Formulierungen“ bezog, zeigt ein Blick auf das Produktportfolio von BASF deutlich, dass die Spezialacrylatharze, Dispersionen und Additive – Rohstoffe, die speziell in der Druckfarben- und Lackindustrie eingesetzt werden – als erste die direkten Auswirkungen dieser Preiserhöhungen zu spüren bekommen werden. Laut vorliegenden Informationen kündigte BASF Anfang März an, die Preise für Butylacrylat (BA) und 2-Ethylhexylacrylat (2-EHA) in der Region Asien-Pazifik anzuheben. Diese Acrylatmonomere sind wichtige Basisrohstoffe für wasserbasierte Lacke und Bindemittel in Druckfarben.
Mit zunehmenden geopolitischen Risiken steigt der Kostendruck in der gesamten Branche.
Erst vergangene Woche warnte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) davor, dass der anhaltende Konflikt im Nahen Osten eine ernsthafte Bedrohung für die globalen Lieferketten darstellt. Der VCI wies zudem darauf hin, dass die Schifffahrtsstörungen in der Straße von Hormus zu einem starken Anstieg der Öl- und Gaspreise führen – eine Schockwelle, die sich nun auch auf verschiedene Rohstoffsektoren auswirkt, darunter Ammoniak, Phosphatdünger, Helium und sogar Schwefel. VCI-Vertreter warnten, dass ein länger andauernder Nahostkonflikt noch gravierendere Folgen für die energieabhängige chemische Industrie Europas haben werde.
Daten zeigen, dass die Preise für fast 60 % der inländischen Chemieprodukte bis Mitte März im Vergleich zum Vormonat gestiegen waren; insbesondere der Preis für Acrylsäure schnellte zeitweise um über 90 % in die Höhe. Diese „Kostenflut“ aus den vorgelagerten Industrien können die Unternehmen nicht mehr allein auffangen. Die deutliche Preiserhöhung von BASF bestätigt, dass die europäische Chemieindustrie nun in einen umfassenden Kostenkreislauf eingetreten ist, in dem die Kosten an die nachgelagerten Branchen weitergegeben werden.
Nachgelagerte Industrien stehen vor großen Herausforderungen; Preiserhöhungen für Fertigbeschichtungen sind unvermeidbar.
Die Kosten und die Verfügbarkeit chemischer Rohstoffe werden sich zwangsläufig ebenfalls verändern. Für Hersteller von Druckfarben und Lacken – und die Markeninhaber, die diese chemischen Produkte verwenden – stellt der starke Anstieg der Beschaffungskosten kurzfristig eine ernsthafte Herausforderung dar. Die jüngste Preiserhöhung von BASF setzt nicht nur einen neuen internen Preismaßstab, sondern hebt auch das Preisniveau der gesamten Branche an. Es wird erwartet, dass auch weltweit führende Lackhersteller wie PPG, AkzoNobel und Axalta ihre Preise anpassen müssen, was zu einer weiteren Preiserhöhungsrunde für fertige Lackprodukte führen wird.
Veröffentlichungsdatum: 20. März 2026

